Viele entscheiden sich, bevor sie mit dem
Kartenlegen beginnen, für ein Kartenspiel, ohne zu wissen, wobei es bei der
Kartomantie überhaupt geht. Die
Methode ist nicht erst im letzten Jahrhundert entstanden, sondern kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Daher möchten wir hier mehr über die Ursprünge und den Wandel, den die
Wahrsagekarten durchgemacht haben, erzählen.
Der Ursprung der Kartomantie
Das
Kartenlegen ist bis heute eine beliebte
Methode, um mehr über sich selbst sowie die Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft zu erfahren. Es geht in der Regel darum, eine Antwort auf bestimmte Fragen zu bekommen. Die Anliegen waren dabei nicht immer dieselben, schliesslich hat sich kulturell und auch gesellschaftlich so einiges verändert.
Fragt man sich, woher die
Kartomantie, die Kunst, Karten zu legen, stammt, so führt uns der Weg nach China, ungefähr in das 7. Jahrhundert. Dass der Ursprung in Asien zu finden ist, ist dabei nicht überraschend, was zwei Gründe hat. Zum einen ist die Arbeit mit den Energien ein fester Bestandteil der traditionellen chinesischen Kultur und zum anderen wurde in dieser Zeit der Holztafeldruck in China erfunden.
Der Holztafeldruck, der später durch den Buchdruck ersetzt wurde, machte es möglich, auf Holztafeln die ersten
Wahrsagekarten zu drucken. Auch wenn das 7. Jahrhundert als Ursprung festgelegt wurde, ist es nicht sicher, ob nicht schon früher Wahrsager auf diese Art tätig waren, nur kann man dies nicht genau sagen, da keine Karten gedruckt werden konnten.
Eigentlich sind sich die meisten einig, dass China als Ursprungsort zählt, jedoch werden auch immer wieder die Ägypter und Griechen genannt. Diese Annahme lässt sich dadurch erklären, dass eine Verbindung zu einer höheren Welt in diesen Kulturen sehr ausgeprägt war. Die Botschaften, die den Wahrsagekarten entnommen wurden, wurden demnach als Zeichen der Götter interpretiert. Das Kartenlegen war in diesem Fall als religiöse Angelegenheit zu betrachten.
Die Methode im Wandel der Zeit
Nachdem man das 7. Jahrhundert als Ursprung festgelegt hat, wurde es für mehrere Jahrhunderte still um die
Methode. Erst im 15. Jahrhundert kam die
Kartomantie nach Europa, wo sie besonders in Frankreich an Bedeutung gewann. Wie genau die Überlieferung zustande kam, ist nicht klar. Man geht jedoch davon aus, dass dies über Jahrmärkte, das fahrende Volk, unter anderem Zigeuner, möglich wurde.
Auch wenn die Karten bereits im 15. Jahrhundert nach Europa kamen, wurden sie erst Ende des 18. Jahrhunderts populär. Insbesondere französische Okkultisten waren daran beteiligt. Ab diesem Zeitpunkt wird die Kartomantie mit Divination in Verbindung gebracht. Divination ist als Voraussage von Ereignissen, genauso wie die Wahrsagekunst zu verstehen.
Besonders angetan von der Kartomantie war der Adel, der sich nicht nur auf die Botschaften der
Wahrsagekarten verliess, sondern vor allem auch bei der Entstehung von verschiedenen Kartendecks, wie zum Beispiel den Nostradamus Karten, beteiligt war. Die Grundlage stellen dabei die Tarotkarten dar, die in einem französischen Werk zwischen 1783 und 1784 das erste Mal erschienen.
Wie man sehen kann, spielt Frankreich in der Geschichte des Kartenlegens eine wichtige Rolle, weshalb häufig innerhalb von Europa Frankreich als Herkunftsort genannt wird, auch wenn bekannt ist, dass der Ursprung bereits viel früher in Asien anzusetzen ist. Bis heute entstanden zahlreiche verschiedene Kartendecks, die zwar in den Darstellungen und in der Deutung Unterschiede aufweisen, jedoch alle nach demselben Prinzip funktionieren.
Wahrsagekarten heute
Vom 18. Jahrhundert bis heute hat sich nicht viel bezüglich der
Kartomantie verändert. Die
Methode ist weiterhin als Wahrsagekunst bekannt. Verändert hat sich dabei besonders der Personenkreis, der dadurch angesprochen wird. Während früher der Adel sich für die Kunst interessierte, ist das
Kartenlegen heute für alle gesellschaftlichen Schichten verfügbar.
Überwiegend wird die Kartomantie jedoch in esoterischen Gruppierungen gefunden, die nach dem Energieprinzip leben und Antworten, die nicht mit wissenschaftlichen Ergebnissen erklärbar sind, suchen. Dass heute ein grösserer Kreis angesprochen wird, ist nicht verwunderlich. Durch die Entwicklung der Medien, sowie die Digitalisierung ist die Verbreitung deutlich leichter und schneller möglich zu machen.
Das Kartenlegen hat sich insofern verändert, als dass es nun nicht nur die Kartenspiele gibt, sondern auch deutlich mehr schriftliche Erläuterungen zu den Bedeutungen der Karten. Ausserdem ist das Kartenlegen nicht mehr nur mit den physischen Karten oder bei einem persönlichen Treffen möglich, sondern kann auch online oder am Telefon, das heisst auf Distanz durchgeführt werden. Leider geht durch die Kommerzialisierung die Kunst der Wahrsagung verloren.
Die Wissenschaft, welche grundsätzlich eine kritische Haltung gegenüber der esoterischen Ansicht einnimmt, schenkt der Methode relativ wenig Aufmerksamkeit. Erst im Jahr 2011, als eine Studie zu den hellseherischen Fähigkeiten eine Debatte aufkommen liess, sorgte dafür, dass der Blickpunkt wieder vermehrt auf die Wahrsagung gerichtet wurde.
Zur Geschichte des Kartenlegens gibt es nicht allzu viele Informationen. Jedes Kartenspiel bringt eine eigene Herkunft mit sich, jedoch haben alle prinzipiell denselben Ursprung.
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